23.02.2012 03:05
 Startseite   Kontakt 
Impressum   
 CDU-Stadtverband Osterwieck
 
CDU-NET
Hier melden Sie sich ins CDU Net ein:
Benutzername

Passwort


Passwort vergessen?



Neuigkeiten
09.11.2011, 00:00 Uhr | CDU Osterwieck Übersicht | Drucken
„Meine innere Freiheit konnten sie mir nicht nehmen“
CDU-Buchlesung mit Autor Manfred Kriegel zum Mauerfallgedenken in Zilly

Am Gedenktag des Mauerfalls konnten der Vorsitzende des Fördervereins „Wasserburg Zilly e.V.“ Detlef Schönfeld und Peter Eisemann, Vorsitzender der CDU-Osterwieck, rund 20 Interessierte Zuhörer in der Wasserburg Zilly begrüßen.

Bernhard Daldrup leitete die abschließende Diskussion des Autors mit den Zuhörern und dankte ihm für seine engagierten Ausführungen.
 
Osterwieck/Zilly -

Kriegel, Jahrgang 1947, aus der Nähe von Weißenfels stellte dabei sein Buch „Haftbefehl 02.11.1973“ vor. Er schildert darin  in emotionaler und detailierter Weise seinen bewegten Lebensweg in der ehemaligen DDR, der von frühester Jugend darauf ausgerichtet war, in Freiheit zu leben und die DDR zu verlassen.  In knapp drei Stunden konnten die Zuhörer Alltägliches, Spannendes und Schockierendes anschaulich nachvollziehen.
So schilderte er z.B. seine Erlebnisse bei der ersten Reise als 10 jähriger Junge mit den Eltern nach Leverkusen, die Rückkehr in die DDR, seinen Wehrdienst bei der NVA zur Zeit der Invasion sowjetischer Truppen in der CSSR 1968 und seinen beruflichen Werdegang in einer LPG und später bei der Reichsbahn. Mit 15 Jahren plante er mit einem Freund seinen ersten Fluchtversuch über die Ostsee. Die Jugendlichen brechen diesen Versuch nach einer Polizeikontrolle ab. Es folgte ein weiterer gescheiterter Versuch. Beim dritten Fluchtversuch im Herbst 1973 wurde er an der tschechisch - österreichischen Grenze gefasst und zu 4 Jahren Haft verurteilt. Es begann eine Odyssee durch verschiedene Haftanstalten der DDR u.a. musste er im berüchtigten „Roten Ochsen in Halle einsitzen. In schockierend detailierter Weise schilderte der Autor die Haftbedingungen und die Vernehmungen durch die Staatssicherheit. „Meine innere Freiheit konnten sie mir dabei nicht nehmen“, betonte Kriegel. „Ich habe den Vernehmern gleich deutlich gemacht, dass ich mich nicht sozialistisch umerziehen lasse“. Letztlich wurde er von der Bundesrepublik freigekauft. Die Darstellung des Ablaufs der Überführung der freigekauften politischen Gefangenen in die Bundesrepublik bildete den spannenden Höhepunkt des Abends. Das war wie im Agentenfilm, bemerkte ein Zuhörer. Danach lebte Kriegel u.a. als Geschäftsmann in Wiesbaden und kehrte nach der Wende in die Nähe von Weißenfels zurück. Ich wollte nur meine Freiheit, sonst nichts, das war überhaupt nicht politisch, faßte der Autor abschließend zusammen. Heute ist er viel an Schulen unterwegs um Jugendlichen diesen Teil der deutschen Geschichte näher zu bringen.
Oftmals wünsche ich mir hier von den Schulen noch mehr Interesse, so Kriegel. Bernhard Daldrup erinnerte in seinem Schlußwort daran, dass die persönlichen Entbehrungen von standhaften Menschen, wie Manfred Kriegel,  nicht umsonst waren. Letztlich brachte der Freiheitswillen sehr vieler Menschen das System der DDR zum Zusammenbruch und führte zur Demokratie im gesamten Deutschland. An die Bedeutung der Menschen-und Freiheitsrechte zu erinnern bleibt unsere ständige Aufgabe, so der Landtagsabgeordnete.
 



Ältere Artikel finden Sie im Archiv.

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
Impressionen
News-Ticker
 
 
 
0.65 sec.